Die Südfassade des Radwerkes IV: rot gefasst mit ockergelber Gliederung, im Giebel die Inschrift ERBAUET IM IAHRE 1846

RADWERKIV

Hochofenmuseum Vordernberg

Erbauet im Iahre 1846

Der einzige vollständig erhaltene Holzkohlehochofen der Welt. Vierzehn Radwerke standen entlang des Baches — dreizehn sind verschwunden.

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Das Denkmal

Vierzehn standen hier.
Eines ist geblieben.

Das Radwerk IV ist der einzige in seiner Gesamtheit erhaltene Holzkohlehochofen der Welt.

Vom 13. Jahrhundert an trieben Wasserräder die Blasbälge der Schmelzhütten — daher der Name Radwerk. Als die Roheisenerzeugung nach Donawitz abwanderte, verschwanden die Werke eines nach dem anderen. Das Radwerk IV überstand es, weil einzelne Menschen nicht lockerließen.

Erhalten ist nicht nur die Hülle, sondern die vollständige Einrichtung — Röstöfen, Erzhunte, Gichtkübel, Wasserrad, Blasformen, Flossenbett. Das ist der Grund, warum es weltweit keinen zweiten gibt.

„Das vierte historische Wahrzeichen der Werkstoffgeschichte in Europa. Das fünfte wurde der Eiffelturm.“
ASM International — Historical Landmark, Mai 1989
Vordernberger Hauptplatz um 1900 mit dem Marktbrunnen, dahinter das Radwerk IV und die Erzbrücke
UM 1900Die wahrscheinlich älteste Aufnahme des Radwerkes. Rechts die Erzbrücke, links der Marktbrunnen mit der schmiedeeisernen Laube von 1668.
Dann und jetzt

Neunzig Jahre in einer Bewegung

Die Südfassade des Radwerkes IV heute, restauriert und rot-ocker gefasst
Dieselbe Fassade um 1930: bröckelnder Putz, leere Fensterhöhlen, davor ein Pferdefuhrwerk und Frauen in Tracht
1930Heute

Links die Ruine von 1930 — Putz abgefallen, Fenster leer, das Dach schadhaft. Rechts dasselbe Haus heute. Ziehen Sie den Griff.

Der Ofen

Oben das Erz, unten das Eisen

Längsschnitt durch das Radwerk IV mit den Ebenen Gichtboden, oberer Boden, unterer Boden und Hüttenflur sowie den Ziffern 1 bis 9
Längsschnitt nach W. Schuster. Die vier Ebenen stehen rechts, die Bauteile tragen Ziffern.

Vier Etagen gruppieren sich um den Schmelzraum. Erz und Holzkohle kamen über den Wassertonnenaufzug auf den Gichtboden und wurden von oben eingefüllt. Nach Tagen floss das Roheisen unten aus dem Abstichgewölbe und erstarrte auf dem Sandbett zu Flossen.

  1. 1Röstanlage
  2. 2Zwischentrakt
  3. 3Erzaufzug
  4. 4Ofenstock
  5. 5Ofenraum
  6. 6Rauchhaube
  7. 7Gichtgasleitungen
  8. 8Hüttengebäude
  9. 9Abstichgewölbe
Chronik

Hundertachtzig Jahre in drei Zuständen

  • in Betrieb
  • stillgelegt
  • in Vereinshand
  1. 1846

    Erbaut

    Der heutige Bau ersetzt den alten Ofen

  2. 1911

    Stillgelegt

    Nach 65 Jahren geht der Ofen aus

  3. 1956

    Der Verein

    Fünfzehn Gründungsmitglieder übernehmen

  4. 1959

    Museum

    Eröffnet am 16. Mai

  5. 1989

    Landmark

    Auszeichnung der ASM International

  6. 2026

    Siebzig Jahre

    Der Verein besteht seit sieben Jahrzehnten

Vier Objekte

Nicht nur der Hochofen

Die rot-ocker gefasste Südfassade des Radwerkes IV bei Sonnenschein
IV

Radwerk IV

Hochofenmuseum

Der Holzkohlehochofen von 1846 mit Röstanlage, Gichtboden, Wasserrad und Abstichgewölbe.

Der freistehende Ofenstock des Radwerkes III aus Naturstein
III

Radwerk III

Ofenstock und Gebläsehaus

Dampfmaschine von 1873 und drei Gebläsezylinder, seit dem Umbau nahezu unverändert.

Die Lehrfrischhütte in Vordernberg: ein holzverschalter Bau mit hohem weißem Kamin und Dachreiter
1842

Lehrfrischhütte

Schmiede Peter Tunners

Peter Tunners Schmiede von 1842 mit wasserradgetriebenem Schwanzhammer.

Das Portal des Raithauses mit der Inschrift R.C. Raithaus No 48 und dem Bergbauzeichen Schlägel und Eisen darüber
1840

Raithaus

Montanlehranstalt

Die Montanlehranstalt, 2015 erworben. Hier soll ein Forschungszentrum entstehen.

Besuch

Erleben Sie Geschichte hautnah

Anmeldung erforderlich

0650 3372097

Montag bis Freitag, 9 bis 14 Uhr

museum@radwerk-vordernberg.at

Keine festen Öffnungszeiten — Sie sagen, wann Sie kommen möchten. Reisegruppen und Schulklassen bitte drei Tage vorher. Treffpunkt ist der Zugang zum Radwerk IV.

Radwerk IV

rund 1½ Stunden
1–2 Personen oder Familie bis 4
30 €
Erwachsene ab 3 Personen
10 €
Studierende, Schüler, Jugendliche bis 15, Bundesheer
6 €

Radwerk IV und Gebläsehaus Radwerk III

rund 2½ Stunden
1–2 Personen oder Familie bis 4
30 €
Erwachsene ab 3 Personen
13 €
Studierende, Schüler, Jugendliche bis 15, Bundesheer
8 €
Adresse
Peter-Tunner-Straße 2, 8794 Vordernberg
Barrierefrei
Panoramalift im Aufzugsschacht
Koordinaten
47°29′18″ N, 14°59′40″ E
Frei
Studierende der Montanuniversität
Der Verein

Seit 70 Jahren
hält ihn jemand instand

Der Verein „Freunde des Radwerkes IV in Vordernberg“ ist unpolitisch, gemeinnützig und nicht auf Gewinn ausgerichtet.

Im März 1956 konstituierten ihn fünfzehn Gründungsmitglieder — Hüttenleute, Gewerken, Bürgermeister und Professoren der Montanistischen Hochschule Leoben. Sie übernahmen ein Bauwerk, das seit fünfundvierzig Jahren leer stand. Heute zählt er über 200 persönliche und 30 Firmenmitglieder.

  • Radwerk IV, Radwerk III, Lehrfrischhütte und Raithaus nach denkmalpflegerischen Grundsätzen erhalten — samt Einrichtung und Geräten.
  • Die Anlagen für Lehr- und Schauzwecke erschließen, einzelne davon zeitweise wieder in Betrieb nehmen.
  • Die Kulturgeschichte des Eisenwesens der Region fördern und die berg- und hüttenmännische Tradition pflegen.
Zeitgenössische Ansicht: das Radwerk IV in der Mitte und das Radwerk V um 1848, beide in Betrieb
UM 1848Radwerk IV (Mitte) und Radwerk V, kurz nach dem Neubau. Zwei von vierzehn.

Die Präsidenten

1956–1979
Erich Schwarz-Bergkampf
1979–1980
Kurt Stift
1980–1986
Hans-Jörg Köstler
1986–2000
Ernst Steyrer
ab 2001
Herbert Hiebler
heute
Bergrat h.c. Dipl.-Ing. Günther Kolb
Mitglied werden

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Dreizehn Radwerke sind verschwunden, weil niemand sie hielt.

Ein Denkmal dieser Größe kostet mehr, als Eintritte einbringen — Dach, Putz, Mauerwerk, Maschinen, vier Liegenschaften. Mitglieder dürfen die Museen des Vereins einmal im Jahr kostenlos besuchen.

120 €

pro Jahr

Firma oder Institution

mit Nennung als Fördermitglied

30 €

pro Jahr

Einzelperson

2,50 € im Monat

17 €

pro Jahr

Studierende

Verein Freunde des Radwerkes IV in Vordernberg

Steiermärkische Sparkasse Leoben · IBAN AT05 2081 5240 0000 9803 · BIC STSPAT2GXXX

Spenden an das Museum sind nach § 4a Z 2 lit. b EStG von der Steuer befreit.

Die Bibliothek

Vier Jahrhunderte
Fachliteratur

Zum Verein gehört eine montanhistorische Fachbibliothek: Werke zum Berg- und Hüttenwesen vom 16. Jahrhundert bis heute, dazu Jahrbücher, Zeitschriften und großformatige Tafelwerke. Vieles davon ist andernorts kaum noch greifbar.

  • Hüttenwesen
  • Bergbau
  • Erzberg und Vordernberg
  • Jahrbücher
  • Fachzeitschriften
  • Tafelwerke und Karten
  • Technikgeschichte
  • Regionalgeschichte
Zum Bestand

Zugang für Mitglieder und Forschende. Anmeldung erforderlich.

Blick über das Zentrum des Marktes Vordernberg, links am Bildrand das Radwerk IV
AUS DEM BESTANDVordernberg von oben, links am Bildrand das Radwerk IV.