Hochofenmuseum RADWERK IV

Das Radwerk IV stellt die größte eisengeschichtliche Sehenswürdigkeit entlang der EISENSTRASSE zwischen Leoben und Steyr dar und ist der einzige noch vollausgestattete Holzkohlenhochofen Österreichs. Touristen und Fachleute der ganzen Welt besuchen dieses großartige Zeugnis historischer Roheisengewinnung. 

Radwerke nannte man Hochofenanlagen, bei denen ein Wasserrad das Gebläse für Verbrennungsluft antrieb.

In Vordernberg befanden sich entlang des Baches 14 Radwerke.

Das 1846 an Stelle einer alten Anlage in einem monumentalen, klassizistischen Stil errichtete Radwerk IV ist nach der Betriebsstilllegung im Jahr 1911 infolge seiner eisengeschichtlichen Bedeutung schon 1928 unter Denkmalschutz gestellt worden und nach Instandsetzungsarbeiten im Jahre 1959 als Hochofen- und Eisenmuseum der Öffentlichkeit zugänglich gemacht worden.



Bild 1: Längsschnitt durch die Ofenachse und Grundriss. Nach W. Schuster (1978).

Im Gang durch das Gebäude kann man die Erzröstanlage, die Arbeitsgeräte, die Erz- und Holzkohlenfördereinrichtungen sehen, von oben in den Ofen blicken und in der Abstichhalle das Ausfließen und Erstarren des Eisens nachempfinden. Das große Wasserrad, dass dem Werk den Namen gab und der Holzkohlenaufzug sind auch im Betrieb vorführbar.

In eigenen Dokumentationsbereichen gibt es Informationen über die historische Entwicklung der Eisengewinnung, die Geschichte der 14 Vordernberger Radwerke, die seinerzeitigen Abbaumethoden am Steirischen Erzberg und über die Erzfördersysteme nach Vordernberg. Außerdem gibt es eine Ausstellung von Gerätschaften und  seinerzeitiger Berufs- und Arbeitskleidung.

Im Gang durch die großen Innenräume, die sich in vier Etagen um den gewaltigen Ofen gruppieren, bekommt man den gesamten Roheisengewinnungsprozess anschaulich erklärt.

Die weit über Österreich hinausgehende Bedeutung des Radwerks IV kommt auch in seiner Auszeichnung als "Historisches Wahrzeichen" durch ASM International (American Society for Materials) zum Ausdruck.

Das Hochofenmuseum Radwerk IV, das Radwerk III und die Lehrfrischhütte werden vom gemeinnützigen Verein "Freunde des Radwerks IV in Vordernberg" betreut, der zur Aufgabe hat, diese Denkmäler der Arbeitswelt und Technik des 19. Jahrhunderts nach montanhistorischen und deckmalpflegerischen Grundsätzen zu erhalten und für Lehr- und Schauzwecke zu erschließen.

Virtueller Rundgang durch das Museum


Bild 2:
Südwestansicht mit Schmelzerhaus


Bild 3:
Wasserrad zum Antrieb des Gebläses


Bild 4:
Erzhunt vor der Röstanlage


Bild 5:
Gewölbe des Roheisenabstichs in der Ofenhalle